Meru

In unserem Dekanat gibt es eine lebendige Partnerschaft mit der Diözese Meru im Norden Tansanias. Auch unsere Gemeinde ist in dieser Partnerschaft aktiv. Informationen zur Partnerschaft mit Meru können Sie aus dem Flyer entnehmen.

Veröffentlichungen unseres Dekanats über die Partnerschaft mit der Diözese Meru finden Sie ->hier.

Januar 2017

Karibu sana Tansania! Herzlich Willkommen in Tansania!
Die feierliche Einführung des neuen Bischofs von Meru am 15. Januar 2017 war der Anlass eines einwöchigen Besuches einer fünfköpfigen Delegation unseres Dekanatsbezirks in unserer Partnerdiözese Meru im Nordosten Tansanias (Diözese  ≈ Kirchenkreis). Neben den Feierlichkeiten zur Einführung des neuen Bischofs fanden Begegnungen mit verschiedenen Projekten und Organisationen, mit denen unser Dekanat schon länger partnerschaftlich verbunden ist, statt.
Unsere fünfköpfige Gruppe wurde in Usa River sehr herzlich empfangen - jeder mit einem Rosenstrauß! Die Vorbereitungen für die Einführung des neuen Bischofs von Meru am Wochenende liefen auf Hochtouren.
Doch zunächst besuchten wir die vom Dekanat unterstützte Sekundarschule Ailanga. Etwa 500 christliche Schüler werden hier im Internatsbetrieb zum Schulabschluss geführt. Im nationalen Ranking gehört Ailanga zu den Top 5% der tansanischen Sekundarschulen. Schulleiter William Lowassa führte uns über die Schulanlage, zu der neben den Klassen- und Schlafräumen auch Kuh- und Schweineställe, ein Schulgarten und eine Maismühle gehören. Die Steuererhöhungen der neuen Regierung stellen die Schule und auch die Eltern vor große Herausforderungen. Zudem hat die neue Regierung Regelungen erlassen, die Schüler von staatlichen Schulen bei der Vergabe von Studiendarlehen gegenüber Privatschülern begünstigen. Dies hat zur Folge, dass sich im aktuellen Schuljahr deutlich weniger Schüler in Ailanga angemeldet haben.
Am Samstag begannen die Feierlichkeiten für die Weihe des neuen Bischofs Elias Kitoi Nassari mit einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in Anwesenheit zahlreicher Bischöfe aus ganz Tansania und mit zahlreichen Chören aus der Diözese. Unsere Delegation feierte mit.
Am Montag ging unser Meru-Abenteuer weiter: Vormittags unternahmen wir mit Pfarrer Lazarus einen Ausflug in seine Missionsgemeinde im Massai-Land. Wir konnten eine Massai-Familie kennenlernen, die den traditionellen Lebensstil der Massai lebt - wie die meisten Massai in Meru. Das ist mit erheblichen Probleme behaftet: die Kinder besuchen keine Schule, sondern hüten das Vieh, Mädchen werden zu Kinderehen gezwungen, die Gesundheitsversorgung ist schlecht und die Mütter- und Säuglingssterblichkeit hoch. Pfarrer Lazarus kämpft engagiert dafür, dass Eltern ihre Kinder zur Schule schicken, betreibt Aufklärungsarbeit gegen Kinderehen und Genitalverstümmelung und versucht eine medizinische Grundversorgung zu bieten. Damit öffnet er den Betroffenen auch die Herzen für die Frohe Botschaft.
Nachmittags hatten wir Gelegenheit, Bischof Kitoi in kleiner Runde ausführlicher zu sprechen. Er drückte seine große Wertschätzung für die Partnerschaft mit dem Dekanat Bamberg aus. Er erinnerte insbesondere an die Bamberger Unterstützung beim Bau des heutigen Diözesan-Sitzes und seine eigenen drei Besuche in Bamberg. Bischof Kitoi zeigte sich sehr interessiert an Unterstützung zum Ausbau der Posaunenchorarbeit. Die beiden Posaunen, die wir mitgebracht und auf denen wir in den Gottesdiensten gespielt hatten, ließen wir als willkommenes Geschenk in der Diözese.
Den letzten Tag unserer Zeit in Meru nutzten wir für einen Besuch im „Vocational Training Center Mshikamano“, das von der Diözese Meru betrieben wird und zu dem seit vielen Jahren eine enge Verbindung besteht. Mshikamano (Solidarität) ist eine Berufsschule, die allen jungen Menschen offensteht - unabhängig von Geschlecht, Religion oder Stammeszugehörigkeit. Die neuen staatlichen Regelungen auf dem Bildungssektor sind auch hier zu spüren.
Der Besuch bei unseren Glaubensgeschwistern in Tansania hat uns wieder neu bewusst werden lassen, wie eng wir tatsächlich miteinander verbunden sind und wie uns unser Glaube eint.

Heinz Friedrich Kiel
für die Mitglieder der Delegation

April 2016

Die Flüchtlinge und Tansania

Ob das etwas miteinander zu tun hat? Nach dem Völkermord in Ruanda kamen Flüchtlinge in großer Zahl nach Tansania. Auf die Bevölkerungszahl bezogen wesentlich mehr als im Moment zu uns kommen.
In den Diskussionen um die Flüchtlingstragödie heißt es immer „Fluchtursachen bekämpfen". Hier ein paar aktuelle Daten aus Tansania:

  1. Frauen südlich der Sahara wenden täglich 16 Millionen Stunden auf, um Trinkwasser zu beschaffen.
  2. 38 Menschen sterben stündlich an Krankheiten, die durch verschmutztes Trinkwasser verursacht sind.
  3. Nur 9 % der Menschen in Tansania haben Zugang zu einer Kanalisation.
  4. 41 % gehen hungrig ins Bett.
  5. Nur 57 % haben Zugang zu ärztlicher Versorgung.

Die Ursachen sind freilich komplex, doch die weltweite Ungerechtigkeit gehört sicher dazu.
Am Beispiel Tansania können wir auch erkennen, was weltweit zu Verarmung und Flucht führt.
In Ostafrika entsteht gerade eine riesige Dürre-Katastrophe, die besonders Äthiopien und Eritrea, nicht so sehr Tansania betrifft. Da die Staatengemeinschaft dies bisher nicht ausreichend beachtet, wird es zu weiteren Flüchtlings-Strömen kommen.

In Meru selbst ist die Wetterlage nicht zu schlecht gewesen, von örtlichen Unwettern abgesehen.
Der neu gewählte Präsident Tansanias, Magufuli geht mit spektakulären Aktionen gegen Missstände vor und weckt dadurch große Hoffnungen. Solange jedoch nicht ausreichende wirtschaftliche Verbesserungen erreicht sind, wird dies verpuffen, wie Kritiker befürchten.
Beim letzten Partnerschaftsbesuch aus Meru 2014 war Baraka Mungure dabei; er ist mittlerweile Pfarrer in der Gemeinde Leguruki (340 Gemeindeglieder). Er schickt uns zum Sonntag Rogate Grüße (Swahili-Liedstrophe von Lied 116).
In seinen Gedanken zum Predigttext findet sich eine interessante Formulierung: „Jesus Christus muss einer von uns werden." Ich will das auch so deuten, dass wir von einem Jesus-Bild wegkommen müssen, in dem Jesus immer noch eher als weißer Mann gesehen wird.
In seiner Gemeinde hat er an hauptamtlichen Mitarbeitern 3 Evangelisten und eine Sekretärin. In den 3 Sprengeln der Gemeinde wird jeden Sonntag Gottesdienst gehalten.
In unserer Partnerdiözese Meru gibt es im August die Wahl eines neuen Bischofs, da Bischof Akyoo in den Ruhestand geht.
Insgesamt ist der Zustand der Diözese gut, die Zahl der Christen hat zugenommen, auch die Zahl der Gemeinden, etliche neue Pfarrer wurden ordiniert.
An der Sekundarschule Ailanga gibt es nach wie vor eine sehr gute Ausbildung, wie die Ergebnisse der Prüfungen belegen. Die Leiterin der Schule, Lydia Mbise, ist in den Ruhestand gegangen, Nachfolger ist William Lowassa.
Unsere Freunde in Meru wünschen sich von uns vor allem das stete Gebet (in jedem Gottesdienst).

Dr. Gunter Dorsch,
beauftragt für die Partnerschaft mit Meru

Januar 2016

Liebe Partnerschafts-Aktive!
gerade hat mir LoeRose Mbise, die Generalsekretärin in Meru, geschrieben.
Sie hat die erfreuliche Nachricht, dass am 27.12. zwei , am 3.1. drei und jetzt am 10.1. ein weiterer Pfarrer ordiniert werden/wurden.
Sie selbst wird im Mai zu einem study programme in Neuendettelsau kommen (hatte sich beworben und wurde akzeptiert). Geplant ist eine Ankunft in Nürnberg am 5. Mai, am 6. Mai soll dann ein Treffen mit allen Meru-Partnern hier in Bamberg stattfinden. Das Seminar in Neuendettelsau geht vom 9. bis zum 20. Mai, am 20. soll dann auch der Rückflug sein.
Herzliche Grüße
Gunter Dorsch

Advent 2015

Adventsgrüße von Mama Pallangyo

"....Ich hoffe, dass es allen Mitgliedern des Partnerschaftskreises gut geht...Ich hoffe, dass ihr die Information erhalten hattet, dass die Frau von Bischof Akyoo am 19. November gestorben ist und am 26. November beerdigt wurde. Für die gesamte Diözese bedeutete das eine große Sorge und Trauer.
Wir hatten gehofft, dass, wenn der Bischof in Ruhestand geht, er seine freie Zeit mit seiner Frau genießen kann.
Aber: niemand kann Gottes Pläne für seine Kinder ändern. Was wir tun können: für Bischof Akyoo und seine Kinder beten, so dass sie Trost und Frieden durch den Heiligen Geist erlangen.
Es ist bei uns so Brauch, dass viel Menschen zur Beerdigung kommen. Es waren um die 20 Bischöfe aus der ELCT und anderen Kirchen da. Die Verantwortlichen der Diözese und anderer Institutionen
waren mehr als eine Woche mit den Vorbereitungen für die Beerdigung beschäftigt, letztlich ist alles gut verlaufen.
Die Frauen der Diözese hatten geplant mit dem Workcamp am 28. November zu beginnen, das wurde nun auf die zweite Februarwoche verschoben.
Lasst uns alle nicht aufhören für Frieden in der Welt zu beten. Die Gewalt und der Hass wachsen an im Nahen Osten.
Gott ist der Friedensmeister und er antwortet auf die Gebete seiner Völker.
Ich wünsche Euch eine gesgnete Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest!
In Liebe
Ndefisio